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Und das sogar ziemlich deutlich nicht, denn mehr als 800 km weiter noerdlich, unweit der kleinen Stadt Zwillbrock und direkt an der deutsch-niederlaendischen Grenze gelegen, existiert in einem ehemaligen Hochmoor seit Jahren eine Flamingo-Brutkolonie. Das alleine waere ja schon einen Eintrag ins Guiness-Buch wert, doch scheint das den Zwillbrockern nicht zu genuegen: neben den Rosaflamingos findet man dort aktuell auch noch Chileflamingos P. chilensis, die den Grossteil der Individuen der Kolonie stellen, sowie einen einzelnen, offenbar weiblichen Kubaflamingo P. [ruber] ruber, der bereits seit einigen Jahren jeweils zur Brutzeit mit den anderen Flamingos nach Zwillbrock zurueckkehrt. Zumindest bei den Mittel- bzw. Suedamerikanern ist es unzweifelhaft, dass sie aus Gefangenschaft entwichen sind. Bei den Rosaflamingos kann man das auch annehmen, selbst wenn es letztendlich nicht zwingend ist. Die Chilenen entwickelten ab 1983 die kleine Brutkolonie und brueteten in bisher maximal 18 Paaren im Jahr 1994. Von 1996 bis 2000 fanden keine erfolgreichen Bruten mehr statt. Fruehzeitig kamen zu der Kolonie auch Rosaflamingos hinzu, welche 1993 erstmalig brueteten, z.T. in Mischpaaren mit den Chilenen, aber von 1996 bis 2000 ebenfalls ohne Bruterfolg blieben.
Maximal wurden in 2001 23 Chile-, 8 Rosa- und ein Kubaflamingo gesehen. Interessant ist auch, dass die Flamingos bereits vor einigen Jahren eine Ueberwinterungstradition im niederlaendischen Rheindelta begruendet haben. Auch Zwergflamingos P. minor wurden offenbar schon mal im Venn gesichtet und vielleicht besuchen auch irgendwann die zwei noch fehlenden Flamingoarten, naemlich Anden- P. andinus und Jamesflamingo P. jamesi das Venn, denn zumindest andinus wird in Europa auch nachweislich in Gefangenschaft gehalten. Die Bilder auf dieser Seite stellte dankenswerterweise R. Vohwinkel zur Verfuegung. Sie wurden von ihm am 20.07.2001 im Rahmen der Beringung von sechs Jungvoegeln angefertigt. Die Jungvoegel entstammen aus einem Mischpaar roseus x chilensis, vier reinen chilensis-Paaren sowie der Mixtur Kuba-Rosa. Fuer vielseitige Informationen zu den Zwillbrocker Flamingos danke ich den Herren A. Buchheim, P. Kessler & J. Treep. Letzterer sammelt auch saemtliche Ablesungsdaten (treepdevries@hetnet.nl). Weitere Fotos:
LinksEinige weitere Informationen zum Zwillbrocker Venn bzw. zur dortigen Biologischen Station findet man unter: Einen Artikel der Berliner Zeitung vom 26.04.1995 zu den Zwillbrocker Flamingos gibt's unter: Zusaetzlich noch zwei nette Webseiten mit allerlei Infos ueber Flamingos: Literatur
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